Handlung
Logan befindet sich im Dunwich Sanatorium – nur weiß er weder, dass er sich dort befindet, noch, dass sein Name Logan lautet und er der Mutant namens Wolverine ist. Doch wie ist Logan in die Anstalt gelangt und was macht er an diesem Ort, an dem nur die Ärzte verrückter sind als die Patienten? Vielleicht kann Dr. Rot ja helfen. Der Mann weiß alles über das menschliche Gehirn – auch, wie man es entfernt. Außerdem: Wann hat sich Logan stets so gefühlt, als würde man ihm das Herz herausreißen? Genau. Immer, wenn er geliebt hat…
(Klappentext)

Meinung
Mein Lieblingsmutant Logan mal ganz anders: Menschlich! Anders kann ich seinen Zustand oder vielmehr sein Benehmen im Sanatorium Dunwich kaum beschreiben. Er ist verwirrt, hat Angst und – oh Wunder – will niemanden wehtun, denn erinnert sich grob an Morde, die er begangen hat. Aber von vorne.
Zunächst einmal ist der Zeichenstil deutlich ernster als bei üblichen Wolverine-Abenteuern. Meist ist er ja ein einziger muskelbepackter Haufen, bei dem man das Gefühl hat, die Muskel würden platzen, sollte man sie berühren. Extremer als jeder Bodybuilder, doch hier sieht alles recht realistisch aus. Logan ist zwar muskulös, logisch, aber dennoch kann man sich so jemanden er vorstellen, wie er die Straße langgeht. Klar, in actiongeladenen Comics passt ein muskelbeladener Logan hervorragend, doch in “Geistesgestört” fand ich den realistischen Stil wirklich passend. Da hat Yannick Paquette ganze Arbeit geleistet. Und wo wir gerade bei Zeichnungen sind: Da es sich quasi um eine Zusammenfassung von Wolverine: Weapon X 6-10 handelt, die in den USA als Einzelhefte erschienen sind, wurden auch die großartigen Cover von Adam Kubert mitabgedruckt, die eben auf den Einzelheften waren. Das Cover von Weapon X 7 finde ich übrigens großartig…

Die Zeichnungen sind sehr stimmig und Logans verzweifelt trauriger Gesichtsausdruck die ganze Zeit, könnten mich fast zum Heulen bringen. Armer Kerl! Und diese “Nahaufnahmen” der Augen sind so schön gezeichnet, da werde ich ganz neidisch. Überhaupt ist der ganze Comic sehr atmosphärisch und wird dadurch noch gestützt, dass Logan die Geschichte gedanklich erzählt. Schade finde ich, dass Marvel mal wieder schon auf dem Klappentext spoilert, oder sollte ich sagen, Panini? Denn die Ärzte, die verrückter sind, als die Patienten… das erzählt ja quasi schon die Geschichte und ich hätte es besser gefunden, wenn Dr. Rotwell irgendwie den Leser mit seinem Wahnsinn überrascht hätte, aber mit diesem Klappentext…Pustekuchen. Wie damals “Ihr erwartet einen Kampf zwischen Wolverine und Cyber? Den wird es nicht geben, in der nächsten Ausgabe wird Cyber sein überraschendes Ende finden”…Toll, Marvel!

Ich würde den Comic eher im Horrorgenre anordnen, weswegen es natürlich ein paar ordentliche Splatterszenen gibt. Gehirne, nech? Aber Logans Beleidigung wurde zensiert. Darf man in Comics nicht “Fick dich” sagen, aber Gedärme zeigen?
Ein bisschen verwirrend fand ich die Zeitsprünge. Zwar stand als Einleitung immer “Gestern” oder “Vor 12 Stunden” oder sowas da, jedoch scheinbar nicht, dass man wieder in der Gegenwart ist. Fand ich beim ersten Mal lesen verwirrend, beim zweiten Mal hab ich dann alles verstanden. Vielleicht bin ich auch nur etwas begriffsstutzig. Manchmal…meistens. Jedenfalls freute ich mich sehr, ein bisschen Nightcrawler in Aktion zu sehen! Und wenn ich richtig liege, hat die Mafiafamilie der Franchettis (aus The Darkness) auch einen Gastauftritt, denn eine Mafiafamilie? Tony, Paulie, Frankie… da klingelt es bei mir. Oder in der Mafia heißen eben alle so.

Zwar ist der Aufenthalt in der Psychiatrie der Hauptteil, doch gibt es noch eine klitzekleine Nebenstory: Wolverine und die Liebe. Der Stil ist etwas.. sagen wir künstlerischer und im Grunde geht es nur um Logan, der seine X-Men Freundinnen fragt, ob er eine Beziehung mit einer bestimmten Frau eingehen soll. Sehr ernst, sehr ruhig, aber eine nette Story. Aber eigentlich gefiel mir daran am meisten, das dazugehörige Cover. Wolverine gelangweilt und umringt von Frauen. Herrlich!

Alles in allem, ein großartiger Horror-Comic, mit viel Psychokram und Logan von einer ganz verletzlichen Seite. Doch keine Angst, die Wolverine-Action kommt nicht zu kurz und es wird viel Adamantium-Schlitzerei geben.
Bonbons und Radiergummi, yummy!

3 Kommentare bei “Wolverine Waffe X- Geistesgestört”

  1. Lars sagt:

    Zu den Comics können eben leider nicht alle was sagen… Ich z.B. kann meinen Senf nicht dazu abgeben, da ich ihn nicht gelesen hab. ;)

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  2. Celina sagt:

    @Lars: Ja, ist mir ja klar. Mir ist durchaus bewusst, dass nicht alle Themen bei jedem gut ankommt. Und wenn ich dann mal sowas bei Twitter erwähne, meine ich das ja auch nicht böse, sondern eher im Witz. Und vielleicht findet sich ja dann doch jemand, der was nettes schreibt^^

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  3. green-finch.de » Archiv » Wolverine: Logan sagt:

    [...] genauer gesagt seine Kriegszeit in Japan. Und diesmal ist es auch keine Horrorgeschichte, wie Wolverine: Waffe X – Geistesgestört, sondern eher um eine Liebesgeschichte, natürlich gepaart mit der üblichen SNIKT-Action! [...]

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