Kurz vorm “Abgabetermin” schaffe ich es noch rechtzeitig meinen Beitrag zum Gothic Friday zu leisten. Wobei ich selbst da diesmal nicht wirklich meine Finger im Spiel habe. Denn das Thema diesmal lautet Interview mit einem Goth. Ist doch auch mal ganz nett, sich nicht selbst das Hirn zu zermatern ;) Also habe ich mir mal jemanden gegrabscht und stelle euch hiermit Nathalie vor, die sich bereit erklärte, mit mir das Interview zu führen.
Viel Spaß!
Warum trägst Du schwarz?
Weil es mir gefällt und es immer schick ausschaut ^^
Hast Du viele Freunde, die auch »schwarz« sind oder bewegst Du Dich eher in einem »bunten« Umfeld?
Der Großteil meiner Freunde trägt schwarz/bunt, aber ich hab auch ein paar “normale” Freunde die sogar ohrenkrebserzeugenden HipHop hören ^^
Besucht du außerhalb von Festivals oder Konzerten auch andere kulturelle Veranstaltungen mit schwarzem Charakter (Lesungen, Ausstellungen, Museen), oder steht für Dich nur die Musik im Vordergrund?
Da es bei mir in meiner Ortschaft leider keine Ausstellungen gibt oder sowas dergleichen, muss ich nein sagen. aber Museen besuch ich auch aber keine Ahnung, was das mit der Schwarzen Szene zu tun hat. Ich wüsste jedenfalls nichts von einem “Gothic”-Museum XD. Vorlesungen find ich langweilig ^^, wenn dann les ich selbst.
Siehst Du Dich selbst als Goth(ic)?
joa ^^
Was würdest du Dir in oder für die schwarze Szene wünschen, damit sie (noch mehr) deinen Vorstellungen entspricht? Was stört Dich, was fehlt?
Ohje, fehlen tut eigentlich nix, sie is ja breit gefechert, das einzige Doofe für mich persönlich ist, dass die nächste Disco ne halbe Stunde von hier ist (was noch geht) aber zwei andere, die ich noch kenne und mag sind ne Stunde von hier weg. Aber das liegt auch daran, dass in Aschaffenburg so eine Disco keine Überlebenschance hätte und das nächstgrößere ist halt Darmstadt und Frankfurt.
Viele sehen den Begriff “Gothic” eher kritisch und benutzen ihn nur ungern. Wie stehst du dazu? Würdest du ein anderes Wort benutzen?
Nö, wieso? Finds nicht schlimm. Finds noch die schönste “edelste” Bezeichnung. Besser wie Schwarzer, Grufti oder ganz schlimm und was ja überhaupt nix mit der Scene, sondern mit dem Glauben zutun hat, Satanist. Als wenn man das gleich ist, nur weil man schwarz trägt…
Eine kleine Frage zu den Anfängen. Wie hat dieser Stil seinen Weg in dein Leben gefunden?
Aaaaalso, es fing alles damit an, dass ich Hexen als Kind so toll fand. Das ging glaub ich mit 13-14 los. Ich beschäftigte mich damit und fand das irgendwie toll und auch traurig mit der großen Hexenverbrennung damals in Salem (weswegen mein Kater auch Salem heißt). Ich kaufte mir irgendwann ein Pentagramm (das mit der Spitze nach oben), das ja ein Zeichen zum Schutz vor bösen Geistern/Dämonen ist. Durch diese Kette lernte ich mit 15 meine immernoch beste Freundin kennen. Sie brachte mich dann noch mehr in die Scene, da sie schon HIM hörte und einige Metal Bands. So kam eins zum andern, ich fand das immer toller und seit 10 jahren trage ich schwarzbunt und lebe in der schwarzen Szene.
Viele Menschen haben noch immer Vorurteile. Bist du schon welchen begegnet und wenn ja, wie bist du anfangs damit umgegangen und wie gehst du mittlerweile damit um?
Früher als ich 15-17 war und die Leute mir und meiner Freundin Satan, Halloween oder Fasching ist rum hinterher gebrüllt haben, haben wir uns zum Teil noch ganz schön aufgeregt und gebrüllt, sie sollen uns in Ruhe lassen oder ihre doofen Klappen halten. Aber mit der Zeit wars mir egal und ich reagierte nicht mehr drauf. Heute hör ich kaum noch was, mag vielleicht daran liegen, dass die Scene größer geworden ist und nicht mehr so wenige so rum laufen. Oder es liegt daran, dass die Leute/Kiddis toleranter wurden… ok vergesst das, das kanns glaub ich nicht sein XD …
Warst du vorher schon mal in einer anderen Szene, oder sozusagen “von Anfang an Grufti”?
“Ich war Nichts, ein Abschaum, Dreck, den selbst Ratten nicht fressen, unsichtbar für die Welt…” ^^, ne ich war vorher nur immer der Außenseiter in der Schule. Ich gehörte gar keiner Gruppe oder Szene an…
Gibt es noch etwas, das du loswerden möchtest?
Öhhhm, nö glaub nicht, war witzig der Fragebogen.
Vielen Dank fürs Interview!