Das Naturkundemuserum Senckenberg in Frankfurt ist das größte in Deutschland. Das letzte Mal war ich dort während eines Schulausfluges in der 5. oder 6. Klasse. Da habe ich noch ein altes Fotoalbum dazu. Jetzt nach Jahren hatten wir mal wieder Lust und tote Tiere anzusehen!
Insgesamt hat sich wirklich nicht viel verändert. Dieselben Skelette, dieselben Präparate – aber alles viel interessanter als es für mich vor 13 Jahren war. Im Ernst, als Kind gehst du da durch, findest die Anaconda supercreepy, guckst dir die Tiere an, die du eh schon lebend im Zoo siehst, liest kein einziges Schild. Deswegen war es dieses Mal deutlich spannender dort, als damals, weil mich mittlerweile mehr Dinge interessieren.
Aber so geht es wohl allen Kindern. Aber zumindest kann ich behaupten, dass ich nicht schreiend durchs Museum gerannt bin. Niemand aus meiner damaligen Klasse. Ich bin ja eh schon kein großer Kinderfan, aber rennende schreiende Kinder nerven einfach unfassbar, wenn man sich in Ruhe Dinge durchlesen möchte. Dann kam aber schon die Museumsaufsicht, hat sie alle zusammengeschissen und mit Rausschmiss gedroht. Kaum war die Dame weg, ging das Gerenne wieder los. Bei solchen Beispielen denk ich mir, gut dass ich einen Hund habe. Nun gut. Aber an vielen Orten gab es auch keine Kinder. Die Halle mit den Tierpräparaten war für die Bälger schnell langweilig, es scheint als sei gerade mal der Löwe spannend gewesen, während ich ewig vor der Vitrine mit den Rabenvögeln stand und Größen und Besonderheiten verglich. Rabenvögel sind super, auf der Arbeit schrei ich immer hier, wenn wir welche zum Aufziehen bekommen. Und auch sonst, habe ich die meiste Zeit damit verbracht, Tiere zu vergleichen. Bis auf die Fische, die interessieren mich wirklich nicht.
Eine Halle, die ich damals als Kind nicht sah, war die mit den Nasspräparaten. Sowas finde ich ja supercool. Ich hätte auch gerne welche, aber aktuell beschränkt sich meine Sammlung auf Tierschädel. Vielleicht hat uns unsere Lehrerin damals da extra nicht reingelassen, denn gewissen Gemütern wird sicher schlecht beim Anblick eingelegter Gedärme. Ich finds interessant. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Tiere, die mehrere Babies bekommen, die Embryonen wie an einer Kette aufreihen. Ich dachte immer jeder hat seine eigene Nabelschnur. Peinlicherweise habe ich auch bei den eingelegten Augen ewig gerätselt, warum das Auge so komisch aussah – dabei war das eine runde Überwachungswebcam in einem Glas. Nun ja.
Sehr cool bei den Vögeln fand ich den Glattschnabel-Ani (siehe Foto). Ist zwar eine Kuckucksart, aber ich fand der sah total aus, wie eine von Tim Burton designte Krähe. Hätte ich Zeit und Geld, ich hätte zig interessante Tiere daheim. Ich musste auch ziemlich lachen, weil der lateinische Name des Flachlandgorillas ist „Gorilla Gorilla Gorilla„. Manchmal frage ich mich, wer da sitzt und sich die Namen ausdenkt. Zumindest so einfallslose Namen.
Allzu viele Fotos habe ich nicht gemacht, denn die Vitrinen spiegeln doch alle ziemlich. Hier zeige ich euch auch nur ein paar. Den Rest seht ihr noch auf Instagram oder werdet ihn sehen. Ganz lustig fand ich noch in der Sonderausstellung „Vielfalt zählt“ die sogenannte „Selfie-Box“. Da konnte man sich vor einen Greenscreen stellen und ein Foto auswählen und sich das dann kostenlos per Email zuschicken lassen. Coole Sache, wenn man bedenkt, dass man heutzutage für absolut jeden Dreck zahlt. Das Foto ist superdämlich und mein Freund hat sich auch heimlich aus dem Bild geschlichen, aber ich möchte es euch nicht vorenthalten!
Insgesamt hat sich bis auf ein paar Kleinigkeiten nicht viel am Museum geändert, aber ich empfehle es auf jeden Fall jedem, der Frankfurt besucht, der Eintritt ist nicht sonderlich teuer und wir waren wirklich gut 4 Stunden da, haben zwar geschafft uns alles anzusehen, aber bei Fischen und Steinplatten sind wir auch eher durchgehuscht. Also ein paar Tage kann man dort drin sicher verbringen.

1 Kommentar bei “Naturkundemuseum Senckenberg”

  1. Zeitzeugin sagt:

    “ Peinlicherweise habe ich auch bei den eingelegten Augen ewig gerätselt, warum das Auge so komisch aussah – dabei war das eine runde Überwachungswebcam in einem Glas. Nun ja.“

    Made my day! 😀

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