Brütal Legend
März 8th, 2011
Am Wochenende schlossen wir uns ein, verdunkelten das Zimmer und zockten innerhalb zwei Tage Brütal Legend durch. Und ich erzähle euch davon!
Wir begannen mit der Demo, die absolut großartig war. Hack’n'Slay vom Feinsten, ein toller glibbriger Bosskampf, rasante Fahrten im Druidenflug und natürlich großartiger Humor. Also auf zur Videothek und das Spiel ausgeliehen. Um dann der Ernüchterung zu begegnen, aber dazu später mehr.
Die Story ist ansich gewöhnlich: Ein auserkorener Held wird in eine fremde Welt geschickt (auch wenn sie als Vergangenheit betitelt wurde…), in der er gegen die bösen Mächte kämpfen muss. Hinter dem extrem Bösen, steckt natürlich noch ein noch böserer Böser, es gibt Verrat von der Person, der man eigentlich traute, obwohl das doch kein Verrat war und man muss gegen Leute kämpfen, die früher mal deine Freunde waren. Hat man alles schon gesehen, ist nicht mehr neu. ABER!
Der Held Eddie Riggs ist eigentlich nur ein gewöhnlicher Roadie einer Nu Metal Band und im Grunde hasst er es. Denn er ist ein Anhänger der guten alten Heavy Metal Musik und kann nicht fassen, was heutzutage als Heavy Metal verkauft wird. Wie im waren Leben, denken sich jetzt wahrscheinlich die Heavy Metal Anhänger unter euch. Die Welt, in der er verschlagen wird, besteht irgendwie.. sagen wir mal aus Metal. Und die Bösen sind Glam Rocker mit buntem Leoparden-Muster, farbigen Haaren und glitzernden Fäusten. Andere Gegner widerum sind Anhänger des Emocore… nein besser: Untote Emos!
Also irgendwie eine bekloppte aber großartige Welt, in der Metal Musik deine stärkste Waffe ist. Perfekt für Eddie, denn er beherrscht Gitarrenriffs, die den Gegnern das Gesicht schmelzen können, die Mitstreiter stärken oder den Gegner Elektroschocks verpassen.
Apropos Musik: Das Spiel kommt mit einem gewaltigen 108 Song starkem Soundtrack. Interpreten wie Ozzy Osbourne, Motörhead, Manowar und Judas Priest (um jetzt ein paar der wenigen zu nennen, die ich auch tatsächlich kenne^^”). Die Lieder waren immer gut ausgewählt, ob man jetzt mit seinem Druidenflug um sein Leben fuhr oder dem komischen Glibberwurm kräftig in den Arsch tritt… Musik passte immer.
Auch viele Charaktere waren Hommagen an Personen aus dem Heavy Metal. Der Anführer der Rebellion Lars wurde benannt nach Lars Ulrich, der Mitgründer von Metallica (und das musste ich nicht nachgooglen!), und Lita Halford ist eine Mischung aus Lita Ford und Rob Halford von Judas Priest (das musste ich nachgooglen…). Auch kann man beim Hüter des Metal seinen Druidenflug oder seine Ausrüstung verbessern. Und der Hüter des Metal sieht rein zufällig aus wie Ozzy Osbourne. Und klingt auch so.
Zusammen mit Lars, Lita und Ophelia heißt es jetzt eine Armee zu rekrutieren um gegen Imperator Doviculus zu bestehen. Und auch die Mitstreiter sind großartige Charaktere, wo man einfach nur lachen muss. Ob nun die ständig headbangenden Iron Heades, die halbnackten Kiss-Amazonen oder der Kill Master, der mithilfe feiner Bass-Soli Verwundete heilen kann. Was Humor, Charakterdesign und diese großartige Welt betrifft, ist Brütal Legend für mich ungeschlagen.
Doch was bringt all der schöne Anblick, wenn das Spiel nicht hält, was es verspricht? Die Schiene der Demo wurde nicht weitergefahren. Die Demo ließ auf eine hübsche Mischung aus Hack’n'Slay, Racer und RPG hoffen, doch so wurde es leider nicht. Später kamen sogar Strategie Runden drin vor. Bei der ersten fand ich es noch klasse. Ein schöner Genre Mix aus eben genannten Elementen.
Die Strategieschlachten waren natürlich nicht so kompliziert wie reine Strategiespiele. Es gab deutlich weniger Einheiten zu “bauen”, musste nur auf seine Ressourcen und die Basis achten. Auch hier war wieder Metal das volle Programm. Die Basis war eine Bühne, die Ressourcen die Fans um die Ressourcen abzubauen, brauchte man Merchandise-Stände, denn Fans wollen befriedigt werden. Die Einheiten bestanden eben aus jenen Mitstreitern, die man vorher rekrutiert hat. Um den Überblick über die Karte zu behalten, wuchsen Eddie aus bestimmten Gründen Dämonenflügel, mit denen er leicht von A nach B kam, um seine Einheiten zu kommandieren, er konnte auch, um das Hack’n'Slay Genre wieder aufzugreifen, landen und selbst mitkämpfen.
So schön durchdacht diese Strategie Schlachten waren, so nahmen sie schlichtweg überhand. Ein Bosskampf wie in der Demo, kam sogut wie gar nicht mehr vor, nein, alle wichtigen Kämpfe wurden in Form von Strategie ausgetragen. Irgendwann musste man 4 oder 5 Strategie Runden hintereinander spielen. Da hätte ich mir eher einen vernünftigen Bosskampf gewünscht. Gegen Ende gab es zwar eine Mischung aus Strategie und Bosskampf, wo man seine Einheiten einfach auf ein bestimmtes Ziel schicken musste, um dann selbst den letzten Schlag zutun, doch wie gesagt: Die Strategie Runden waren einfach zuviel. Als hatten die Entwickler keine Ideen. Gegen Ende war es wirklich mühsam, weiterzuspielen, weil man einfach keine Lust hatte, erneut Einheiten zu bauen und zigmal seine Merchandise-Stände zu beschützen.
Wirklich schade, denn das Spiel hatte wirklich Potential. Die Welt war neu, der Genre-Mix wäre mehr als abwechslungsreich gewesen und wie gesagt: der ungeschlagene Humor hätte alles hervorragend abgerundet.
Zusammenfassend: Guter Ansatz, leider nicht weitergefolgt und zu sehr die Strategieschiene gefahren. Echt schade. Aber: Hell yeah, Jack Black!



Willkommen im Kopfchaos von Celina, 20, Flattermannfreak, Zockerin, manchmal viel zu Anti, grauenhafter Musikgeschmack, Alkohol ist immer zu bitter!, Erfinderin des einzig wahren James