Wolverine: Logan
Juni 10th, 2011
Handlung
Wolverine reist an einen geheimnisvollen Ort in Japan, um mit den Geistern der Vergangenheit ins Reine zu kommen. Hier ereignete sich eine Episode seines Lebens, in der ihn die Flammen von Liebe, Tod und Zerstörung gebrandmarkt haben.
Wenn er nicht nachgibt, können diese Gespenster ihn dort nie mehr loslassen.
(Klappentext)
Meinung
Ich habe mal wieder einen Logan mitgebracht. Nun gut, ich habe noch welche, aber über Wolverine: Logan habe ich gerade Lust zu bloggen. Diesmal handelt es sich um ein Abenteuer aus Logans Vergangenheit, genauer gesagt seine Kriegszeit in Japan. Und diesmal ist es auch keine Horrorgeschichte, wie Wolverine: Waffe X – Geistesgestört, sondern eher um eine Liebesgeschichte, natürlich gepaart mit der üblichen SNIKT-Action!
Vorneweg, es handelt sich nicht um seine Liebelei mit Mariko Yashida, die ja eigentlich Logans ultimative Partnerin war – nicht Jean Grey – sondern um eine andere Person. Somit würde ich Wolverine: Logan eher als einen netten Spin-Off-Comic bezeichnen.
Zunächst einmal zum Buch selbst. Ja richtig gelesen: Buch. Der Comic hat kein übliches dünnes Pappcover oder Taschenbuchformat, sondern ist wirklich ein hübsches eingebundenes Buch, hart genug, um damit auf jemanden einzudreschen. So ein Buch eben. Das lässt den ganzen Comic schon etwas edler erscheinen, was auch zum ganzen Stil des Graphic Novels passt, um mal dieses moderne Wort zu benutzen.
Die Zeichnungen haben nicht den üblichen Comicstil, sondern sind eher malerisch, fast schon künstlerisch. Outlines aus Tusche und Colorierung aus Aquarell macht beinahe jede einzelne Seite zu einem kleinem Kunstwerk, auch wenn die Outlines teilweise etwas wackelig aussehen, was aber dennoch irgendwie zum Stil passt, ob gewollt oder nicht. Denn irgendwie erinnert mich das ganze an Kalligraphie, was ja widerum zur Story passt, die im malerischem Japan stattfindet.
Die Story. Logan wacht als Kriegsgefangener in einem japanischen Lager in Hiroshima auf und stößt dort auf den ebenfalls Kriegsgefangenen Warren. Zusammen flüchten sie und schnetzeln dabei nebenbei ein paar Japaner nieder, um auf die Action zu kommen. Als sie auf die Zivilistin Atsuko treffen und Warren sie als Feindin ansieht und töten will, schreitet Logan ein und rettet sie. Warren zieht sich mit eingeklemmten Schwanz zurück und die kurze Liebesgeschichte zwischen Logan und Atsuko beginnt. Und endet, das kann ich sagen ohne zu spoilern, man kennt ja Wolverine und seine Liebeleien.
So gesehen ist die Story wirklich nichts besonderes, wobei man den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit bei Wolverine ja schon fast gewöhnt ist. Denn während der Liebelei mit Atsuko bekämpft Logan in der Gegenwart einen Geist aus ebenjener Vergangenheit. Wie gesagt, storytechnisch begeistern kann der Comic nicht wirklich, wäre da nicht das schöne Ende. Zumindest ich fand es gut.
Ich hab nun ein wenig Angst zu spoilern, aber um eine weitere Kritik auszuüben, muss ich das wohl tun, denn eines hat mir nicht wirklich gefallen. Und zwar die Darstellung von Logan. Dass er stark und selbstheilend ist, weiß man ja bereits, aber hier wird er beinahe schon bis zur Unsterblichkeit angehoben. Von einer Atombombe getroffen und das Herz wortwörtlich rausgerissen, Logan lebt. Zwar passte das alles hervorragend zur Story, aber wann kann ich denn erwarten, dass Wolverine mal ernsthaft in Schwierigkeiten gerät, wenn er sogar sowas überlebt? Was das betrifft, bin ich eher zwiegespalten. Zu perfekte Helden sind ja da doch nicht mein Ding.
Insgesamt als Wolvie-Fan eindeutig lesenswert, um seiner Vergangenheit etwas mehr Sinn zu geben, vielleicht auch noch lesenswert, wenn man sich diesem malerischen Stil gerne ansehen möchte. Aber einem Nicht-Comic-Fan und erst recht einem Nicht-Wolverine-Fan würde ich diesen Comic nicht unbedingt empfehlen, man könnte ihn durchaus als langweilig empfinden. Aber ich mochte ihn, weil Wolverine und so.














Willkommen im Kopfchaos von Celina, 22, Flattermannfreak, Zockerin, manchmal viel zu Anti, grauenhafter Musikgeschmack, Alkohol ist immer zu bitter!, Erfinderin des einzig wahren James