R.I.P. Chess – 28. Juli 2010
Juli 28th, 2010

Meerschweinchen haben eine dumme Eigenschaft. Sie liegen eines Morgens tot im Käfig, obwohl sie am Vortag noch quietschfidel waren. Das ist tatsächlich keine Seltenheit und somit immer wieder erschreckend. Man rechnet einfach nicht damit. Abgesehen von offensichtlichen Krankheiten wie Schnupfen oder das ständige Kratzen bei Parasiten, zeigen sie auch nur ganz selten, wenn sie krank sind. Wer krank ist, ist schwach und somit eine Behinderung für das Rudel. Zu dumm nur, dass Chess überhaupt kein Rudel hatte. Meerschweinchen lagen ihr komischerweise nicht. Wenn sie Partner hatte, lag sie immer alleine in einer Ecke rum. Bewegte sich kaum und war richtig lethargisch. Erst als ich sie als Notlösung damals mit Noé in einen Stall setzte, lebte sie so richtig auf und von da an, war sie eines der lebhafteste Schweinchen, was ich je hatte. Als schließlich Rika dazu kam, war das Trio perfekt. Sie putzten sich gegenseitig, fraßen gemeinsam und Chess krabbelte sogar manchmal auf Noé’s Rücken, wenn sie ihr die Sicht versperrte.
Jetzt wo sie nicht mehr da ist, fühlt sich das komisch an. So komisch war es bei keinem Tod meiner Tiere. Seit ich mich erinnern kann, hatte ich immer Meerschweinchen. Meine Eltern hatten Meerschweinchen, bevor sie Kinder hatten. Als Kleinkind habe ich das Fiepen gehört. Als Grundschüler habe ich das Fiepen gehört. Als Realschüler habe ich das Fiepen gehört. Ich habe es immer gehört, weil es keinen Tag gab, an dem ich kein Meerschweinchen besaß. Bis heute. Chess war das letzte Meerschweinchen und eben aus dem Grund, dass sie irgendwie nicht mit Artgenossen konnte, habe ich ihr auch keinen Partner gekauft.
Es ist so ruhig hier.














Willkommen im Kopfchaos von Celina, 20, Flattermannfreak, Zockerin, manchmal viel zu Anti, grauenhafter Musikgeschmack, Alkohol ist immer zu bitter!, Erfinderin des einzig wahren James 

