Level Up! Neuer Rang erreicht!

Juli 15th, 2014

Wer es noch nicht über Twitter oder Facebook mitbekommen hat: Ich seit einer Woche staatlich geprüfte Tierpflegerin!
Die Prüfung war kurz nervenaufreibend, aber größtenteils einfach. Einen kurzen Nervenzusammenbruch bekam ich, weil ich in einer Teilaufgabe – die Vorbereitung einer Infusion – fast keine Punkte erzielen konnte. Thema Infusion hatten wir nur sehr oberflächlich in der Berufsschule. Ich kann mich sehr dunkel an irgendein Blatt mit schlecht kopierten Bildern erinnern. Das macht man normalerweise im Betrieb, das hat unsere Tierärztin aber irgendwie versäumt. Nun gut, egal, ich habe dennoch bestanden.
Der Rest bestand aus dem Einrichten, Greifen und Fixieren eines Kaninchens, inkl. Geschlechtsbestimmung und gewisse Eckdaten wie Tragzeiten, Besonderheiten der Verdauung, Fütterung und die beliebte Frage nach dem Unterschied zum Hasen. Bis auf ein paar kleine Patzer war das insgesamt ganz gut. Ich bin auf die genauen Ergebnisse gespannt.
Dann gab es noch ein Vermittlungsgespräch, leider zum Thema Frettchen, wo ich nicht so fit bin, aber ich konnte mich dunkel an meine Einträge über das Tier erinnern und scheine die Leute gut beraten zu haben. Was ich beim Frettchen verloren habe, konnte ich durch den Inhalt eines Vermittlungsvertrages wieder ausgleichen. Vielleicht auch im Vergleich zu meinem Mitprüflingen, da diese Teilweise noch nie einen Vermittlungsvertrag in der Hand hielten. Da wirkt man einfach schlauer ;)
Zum Schluss gab es noch mein persönliches Highlight: Die Eingangsuntersuchung anhand eines Welpen. Die Kleine 3,5kg Hündin war so zuckersüß, so macht eine Prüfung fast schon Spaß! Auch da hatte ich nur kleinere Fehler, weil ich unter anderem die Zahnformel eines Welpen nicht wusste. Die Gewissheit, das endlich hinter mir zu haben, ist schon verdammt klasse. Nie wieder Prüfungen, nie wieder irgendwelche Blätter auswendig lernen!
Ich habe jetzt die Erlaubnis, mir ein Nashorn in den Vorgarten zu stellen. Wirklich! Wenn ich es artgerecht pflegen kann, darf ich das! Und ihr nicht :D Aber ich bleibe natürlich lieber beim pflegeleichten Spitz.
Trotzdem ist die Arbeit momentan so stressig, dass ich auch jetzt erst sehr verspätet von meinem Erfolg bloggen konnte. Wir sind unterbesetzt an Personal und überbesetzt an Katzen. Wenn es einfach nur voll mit Katzen wäre, wäre das ja halb so wild, aber es ist vollbesetzt mit BABYkatzen und so süß sie auch sind, solche Schweine sind es auch. Klar, kleine Katzen spielen mit vollem Körpereinsatz und dadurch, dass sie in den Stationen nur sehr begrenzten Raum haben, spielen sie durchs Katzenklo und somit durch Katzenkacke, durchs Wasser und durchs Futter und alles vermischt sich und klebt an der Einrichtung, an den Wänden und an den Katzen. Bei den adulten Katzen reicht normalerweise das Klo wechseln und ausfegen. Bei den Babies muss man eben schrubben und das komplette Inventar jeden Tag wechseln. Und einige davon sind auch krank, die nochmal zusätzlich Zeit beanspruchen. Wir zählen jetzt schon 34 Katzenbabies und immerhin sind sie so niedlich, dass die ganze stressige Mehrarbeit irgendwie nur halb so schlimm ist. Trotzdem wird man kaum fertig.
Aber das ist ja nicht für immer, ich hoffe auf bessere Zeiten! Mit mehr Mitarbeitern und weniger Katzen.




Was ging ab?

Juni 27th, 2014

Ich kam einfach nicht zum Bloggen. Ich mag es nicht, wenn mein Blog so ruhig ist, aber was soll man als arbeitende Person machen? Aber das hatte natürlich seine Gründe, denn es war ziemlich viel los, das meiste hat natürlich mit meiner Arbeit zu tun. Ich erzähl euch mal, was denn so abging.

Flaschenkinder

Meine Katzenbabies Pepper & Grace aus dem letzten Post sitzen mittlerweile im Tierheim. Ich hatte sie zu Hause in der Badewanne zwischengelagert, denn da haben sie Platz zum Spielen, können nicht raus und den Dreck kann man auch ganz leicht saubermachen, denn immerhin fingen sie schon an, sich selbstständig zu erleichtern. Schon bald fing Pepper an, selbstständig weiches Nassfutter zu fressen, somit war sie eigentlich selbstständig genug, um im Tierheim zu bleiben.
Ihre Schwester jedoch hing noch weiter an der Flasche und interessierte sich nicht für das Nassfutter. Nur hatte ich bald das Problem, dass die Kleinen es schafften, aus der Badewanne herauszukommen, was ziemlich anstrengend war, denn man musste immer damit rechnen, dass die beiden im Bad herumkrochen. Also wird man als Mama radikal und setzt die Flasche ab. Körperlich war Grace stabil genug und der Hunger treibt das Nassfutter, das ich extra mit der ihr bekannten Milch vermischt hatte, schon rein. Und so war es dann auch, schon bald fraß sie ganz allein gemeinsam mit ihrer Schwester. Sie erhielten Einzug in unsere Katzenstation und jetzt fehlen nur noch freundliche Interessenten, die die zwei mit nach Hause nehmen :)

Stress pur!

Das Saubermachen der Tiere lernst du schnell als Azubi im Tierheim. Büroarbeit, Verantwortung über ganze Stationen und Tiervermittlung muss man üben. Ich machte das alles bis dahin eher unterstützend den leitenden Kollegen gegenüber und so wird man eigentlich langssam an diese ganze Tierheimsache rangeführt. Doch dann kommt alles anders und schon landete ich im kalten Wasser der Verantwortung.
Zwei Kollegen fielen weg und eigentlich wären wir zu dritt auf der Katzenstation gewesen, doch dann wurde unsere Katzenleiterin krank und fiel für ein paar Wochen aus. Somit waren wir nur zu zweit. Jetzt möchte man natürlich ab und zu frei haben, also wechselt man sich mit der Leitung der Katzenstation ab, denn einer muss ja immer da sein. Sprich: zum ersten Mal war ich ganz alleine verantwortlich für die Katzen, ohne richtig zu wissen, an was ich alles denken musste. Stress pur, denn man muss Kastrationstermine machen, sich um Vermittlungen und Pensionen kümmmern und irgendwie einfach an alles denken und zwar von jetzt auf gleich. Ich habe das alles irgendwie geschafft, jedoch war ich natürlich ziemlich gestresst. Der erste Tag, an dem wir wieder zu zweit waren, war eine wahre Wohltat. Jetzt bin ich aber etwas besser auf die zweite Phase vorbereitet, denn besagte kranke Kollegin wird die nächsten drei oder vier Wochen weiterhin ausfallen.
Jedoch half es irgendwie, als die Chefin mich lobte und meinte “Du hältst dich wacker!” – das tut irgendwie gut.

Prüfungen

Nach vielem Bangen und dem Stress durch das evtl. Nichtbestehen der schriftlichen Abschlussprüfung habe ich endlich das Ergebnis: Bestanden! Zwar nur mit der Note 3, war bei einem fast 1,0er Durchschnitt auf dem Zeugnis irgendwie wehtut, aber immerhin.
Das Problem an der Sache war, dass die IHK momentan versucht die Prüfung bundesweit anzupassen – nicht jedoch die Lehrpläne. Das heißt, dass die Lehrer der einzelnen Tierpflegerschulen gar nicht genau wissen, auf was sie den Schwerpunkt richten müssen. Deswegen war so ziemlich alles, was ich für die Abschlussprüfung gelernt habe, komplett für die Füße, denn nichts von alledem habe ich gebraucht. Außerdem finde ich nicht, dass du als Tierpfleger den Lebenszyklus eines Spulwurms wissen musst, nur wie man ihn bekommt und ihn wieder loswird. Die IHK dachte sich aber, der Spulwurm sei verdammt fucking wichtig und machte ein ganzes Kapitel über ihn in die Abschlussprüfung rein – statt Dinge, die man als Tierpfleger wirklich wissen sollte, wie die richtige Fütterung, Haltung und Pflege von gewissen Tieren, die man tatsächlich im Tierheim umsorgt. Und das ist nur ein Beispiel der super Prüfung, die uns die IHK ins Gesicht geklatscht hat.
Jetzt steht am 7. Juli für mich nur noch die praktische Prüfung an und ich darf mich gelernter Kackekratzer schimpfen. Und ich werde für mindestens ein Jahr auf meiner Arbeit übernommen. Ich wünsche mir natürlich noch länger dort bleiben zu können, aber das wird sich zeigen, wenn das Jahr rum ist. Drückt mir aber die Daumen für die praktische Prüfung!

Happy Birthday

Das einzige entspannende war der Geburtstag meines Freundes. Da er 30 wurde, wollte er mal wieder richtig feiern und wir saßen dann irgendwann mit 20 Leuten im Dead End und sogar in einem eigenen kleinem Räumchen. Es war unheimlich entspannend und schön mal wieder einfach nur rumzusitzen und zu quatschen. Es war auch wirklich interessant, wie irgendwie etwas in unserer Beziehung falsch läuft. Er bekam von sämtlichen Leuten Plüscheinhörner, Einhornfigürchen und Hello Kitty Merchandise… ich bekam letztes Jahr einen Lego Hubschrauber und den Deadpool-Kopf. Wir sind aber eben gerne seltsam.




Flaschenkinder: Pepper & Grace

Juni 5th, 2014

Es ist soweit, die Katzenkinder sind da!
Im Tierheim befinden sich zur Zeit vier Mamas mit Katzenbabies, davon drei, die noch säugen. Natürlich kommen auch häufig mutterlose Kätzchen, die dann gesäugt werden müssen. Davon habe ich jetzt zwei Daheim, die ca. drei Wochen alten Pepper & Grace. Also heißt es jetzt alle drei Stunden Milch machen, Bauch reiben und Babys bespaßen. Könnte schlimmer sein.
Zugegeben, ich habe kein vernünftiges Foto von Grace, weil diese deutlich abenteuerlustig war und nie stillgehalten hat :)